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Adventskalender - Roter Panda

Vorkommen: Südasien: O-Himalaya in Bhutan, Indien (inkl. Sikkim und Meghalaya), Nepal, China (Sikkim, SO-Xizang, NW-Yunnan), N-Myanmar

Kopf-Rumpf-Länge: 51 - 73 cm

Schwanzlänge: 28 - 49 cm

Gewicht: 3 - 6 kg

Nahrung: Bambus (80-90%), Früchte

Gefährdungsstatus: EN (stark gefährdet)

Aktuell 29 in Deutschland und 149 Haltungen in der EU gesamt. Eine Liste finden sie hier

Der Rote Panda (Ailurus fulgens) ist ein entzückendes, flauschiges Säugetier, das in den bewaldeten Gebieten des Himalayas und angrenzender Regionen lebt. Obwohl er den Namen „Panda“ trägt, ist der Rote Panda näher mit Waschbären als mit seinem Namensvetter, dem Großen Panda, verwandt. Mit seinem dichten rotbraunen Fell, dem buschigen Schwanz und seinem charmanten Gesicht hat der Rote Panda in den letzten Jahren die Herzen von Tierliebhabern auf der ganzen Welt erobert. Leider ist dieser liebenswerte Bambusfresser stark bedroht und steht auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als „stark gefährdet“.

Wer ist der Rote Panda?

Der Rote Panda, auch „Katzenbär“ genannt, ist das einzige lebende Mitglied der Gattung Ailurus und gehört zur Familie der Ailuridae. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 50 bis 64 Zentimetern und einem buschigen Schwanz, der noch einmal bis zu 50 Zentimeter lang sein kann, ist der Rote Panda ein relativ kleines Tier. Er wiegt zwischen 3 und 6 Kilogramm, was ihn deutlich kleiner macht als den bekannteren Großen Panda.

Sein rotbraunes Fell bietet nicht nur eine hervorragende Tarnung im dichten Wald, sondern auch Schutz vor Kälte in den hochgelegenen Regionen, in denen er lebt. Besonders auffällig sind die weißen Gesichtsmarkierungen und die dunklen Beine. Sein buschiger Schwanz hilft ihm, das Gleichgewicht zu halten, wenn er auf Bäumen klettert – eine Tätigkeit, die er gerne und oft ausübt. Tatsächlich verbringt der Rote Panda einen Großteil seiner Zeit in Bäumen, wo er sowohl schläft als auch frisst.

Lebensraum und Ernährung

Der Rote Panda lebt in einem relativ kleinen geografischen Bereich, der sich über die Bergwälder Nepals, Bhutans, Nordindiens, Myanmars und Chinas erstreckt. Diese Region zeichnet sich durch ein gemäßigtes Klima mit Bambuswäldern und dichten Nadelwäldern aus – ideale Bedingungen für den Roten Panda, da Bambus seine Hauptnahrung darstellt.

Obwohl der Rote Panda ein Fleischfresser ist, hat er sich im Laufe der Evolution auf eine überwiegend vegetarische Ernährung spezialisiert. Bambus macht etwa 85 bis 90 % seiner Nahrung aus, aber er frisst auch Früchte, Beeren, Pilze, Wurzeln und gelegentlich kleine Vögel oder Insekten. Da Bambus jedoch nur einen geringen Nährwert hat, muss der Rote Panda einen Großteil seines Tages mit Fressen verbringen, um genügend Energie zu gewinnen. In freier Wildbahn kann ein Roter Panda bis zu 200.000 Bambusblätter pro Tag verzehren!

Verhalten und Fortpflanzung

Rote Pandas sind eher scheue und einzelgängerische Tiere. Sie sind dämmerungsaktiv, das heißt, sie sind am aktivsten in den frühen Morgen- und Abendstunden. Tagsüber ruhen sie sich meist in den Ästen von Bäumen aus, eingerollt in ihrem buschigen Schwanz, der sie warmhält. Auch bei der Nahrungssuche und Fortpflanzung sind sie Einzelgänger, nur zur Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen zusammen.

Die Paarungszeit der Roten Pandas liegt zwischen Januar und März, und nach einer Tragzeit von etwa 130 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 4 Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere werden in einem gut versteckten Nest aus Gras und Blättern geboren, das die Mutter meist in einer Baumhöhle oder einem dichten Bambusdickicht anlegt. Die Neugeborenen sind blind und hilflos und werden von der Mutter für mehrere Monate gesäugt und versorgt. Männchen beteiligen sich nicht an der Aufzucht der Jungtiere.

Nach etwa 90 Tagen beginnen die Jungen, feste Nahrung zu sich zu nehmen, und mit etwa 5 Monaten sind sie vollständig entwöhnt. Dennoch bleiben sie oft bis zu einem Jahr bei ihrer Mutter, bevor sie ihr eigenes Revier suchen.

Bedrohungen und Gefährdung

Obwohl der Rote Panda einst in einer größeren Region verbreitet war, sind seine Bestände heute stark gefährdet. Die IUCN schätzt, dass in freier Wildbahn nur noch etwa 2.500 bis 10.000 Individuen leben, wobei die genaue Zahl schwer zu bestimmen ist. Der Rückgang der Populationen wird durch mehrere Faktoren verursacht:

1. Verlust des Lebensraums

Der größte Bedrohungsfaktor für den Roten Panda ist der Verlust seines Lebensraums. In den letzten Jahrzehnten wurden große Teile der Wälder, in denen der Rote Panda lebt, durch Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und menschliche Besiedlung zerstört. In Ländern wie Nepal und Bhutan sind es besonders Waldrodungen für Viehweiden und Ackerbau, die dem Roten Panda seinen Lebensraum rauben.

Die Zerstörung der Bambuswälder stellt eine direkte Bedrohung für das Überleben der Roten Pandas dar, da Bambus ihre Hauptnahrungsquelle ist. Ohne ausreichende Nahrung können sie sich nicht erfolgreich fortpflanzen oder genug Energie für den täglichen Überlebenskampf aufbringen.

2. Wilderei und illegaler Handel

Obwohl der Rote Panda nicht so stark wegen seines Fells gejagt wird wie andere bedrohte Arten, wird er dennoch oft illegal gefangen, um als Haustier verkauft zu werden. Besonders in China und Nepal ist der illegale Handel mit Roten Pandas ein ernsthaftes Problem. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin wird das Fell des Roten Pandas gelegentlich verwendet.

3. Klimawandel

Der Klimawandel wirkt sich ebenfalls negativ auf den Roten Panda aus. Veränderungen im Wetter, wie Verschiebungen der Regenzeiten und Temperaturen, beeinflussen das Wachstum von Bambus und die Verfügbarkeit von Nahrung. Auch die Ausbreitung von Krankheiten könnte durch den Klimawandel verstärkt werden, was zusätzliche Gefahren für diese ohnehin schon bedrohte Art bedeutet.

Schutzmaßnahmen: Was wird getan, um den Roten Panda zu retten?

Der Schutz des Roten Pandas hat in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit erlangt, und zahlreiche Organisationen und Regierungen arbeiten daran, diese faszinierenden Tiere zu schützen.

1. Schutzgebiete und Aufforstung

In den Ländern, in denen der Rote Panda lebt, wurden mehrere Schutzgebiete eingerichtet, um ihren Lebensraum zu bewahren. Nationalparks in Bhutan, Nepal und China bieten sicheren Schutz vor Abholzung und menschlicher Besiedlung. Zudem gibt es Aufforstungsprojekte, die darauf abzielen, zerstörte Waldgebiete wiederherzustellen und den Roten Pandas wieder einen geeigneten Lebensraum zu bieten.

2. Aufklärung und Beteiligung der lokalen Bevölkerung

Ein wichtiger Teil der Schutzmaßnahmen ist die Aufklärung der lokalen Bevölkerung. Indem die Menschen über die Bedeutung des Roten Pandas und seiner Rolle im Ökosystem informiert werden, kann das Bewusstsein für den Naturschutz geschärft werden. In vielen Regionen wurden Programme ins Leben gerufen, die den Dorfbewohnern alternative Einkommensquellen bieten, um den Druck auf die Wälder zu verringern. So wird beispielsweise auf nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz der natürlichen Ressourcen gesetzt.

3. Zoos und Zuchtprogramme

Zoos spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle beim Schutz des Roten Pandas. Durch internationale Zuchtprogramme wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird eine genetisch gesunde Population in Gefangenschaft erhalten. Zoos wie der Zoo Leipzig, der San Diego Zoo und der Tiergarten Schönbrunn in Wien haben erfolgreiche Nachzuchten von Roten Pandas und leisten wichtige Aufklärungsarbeit, um das Bewusstsein für den Schutz dieser Art zu fördern.

Fazit: Hoffnung für den Roten Panda

Obwohl der Rote Panda stark bedroht ist, gibt es Hoffnung für sein Überleben. Durch internationale Schutzbemühungen, Aufforstungsprojekte und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften werden wichtige Schritte unternommen, um diese charmante Tierart zu schützen. Jeder von uns kann durch nachhaltigen Konsum und das Bewusstsein für den Naturschutz einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass der Rote Panda auch in Zukunft die Bambuswälder des Himalayas durchstreifen kann.

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